Venus im Pelz


…i put a record on…

Fassung und Inszenierung: André Turnheim

Premiere: 25.09.2009 20h
Eisenhand, Landestheater Linz
weitere Aufführungen: 29.09./1.10./14.10./15. 10./24.10./ 27.10.

5.11./12.11./19.11./11.12. jeweils 20h

Kostüm: Barbara Aigner
Musik: Stefan Schreck
Szenische Einrichtung: Aigner/Schreck/Turnheim
Raum: Florian Parbs
Dramaturgie: Elke Ranzinger
Regieassistzenz: Christiane Eizenberger


ER: Peter Pertusini
SIE: Anna Mendelssohn

Venus im Pelz

André Turnheim arbeitet an dem beinahe 150jährigen Roman „Venus im Pelz“ (1869) das Spiel von Dominanz und Unterwerfung heraus, durch welches gesellschaftlich konstruierte Geschlechterrollen und deren Auflösung demaskiert werden. Schon 1886 generiert Richard von Krafft-Ebing aus dem Namen Sacher-Masochs seinen Begriff des „Masochismus“ und führt diesen erstmals in die Psychologie ein. Bis heute hat „Venus im Pelz“ nichts an seiner Aktualität als Referenz für die Gender-Diskussion eingebüßt.

„Daß das Weib, wie es die Natur geschaffen und wie es der Mann gegenwärtig heranzieht, sein Feind ist und nur seine Sklavin oder seine Despotin sein kann, nie aber seine Gefährtin. Dies wird sie erst dann sein können, wenn sie ihm gleich steht an Rechten, wenn sie ihm ebenbürtig ist durch Bildung und Arbeit.“

Ein Tisch, zwei Stühle, Mikrophone, ein Plattenspieler, 2 Anzüge und kühl konstruierte Neon-Popmusik aus den 80ern wie NEU! und mathematiques modernes sind die Requisiten einer Spielanordnung, die Geschlechteridentität hinterfragt, zerlegt und verschärft. Die Inszenierung deutet den Begriff Masochismus nicht als Antipode zum Sadismus, sondern als Diskurs von männlichen und weiblichen Rollenbildern

„GIRLS WHO ARE BOYS
WHO LIKE BOYS TO BE GIRLS
WHO DO BOYS LIKE THEY’RE GIRLS
WHO DO GIRLS LIKE THEY’RE BOYS
ALWAYS SHOULD BE SOMEONE YOU REALLY LOVE“

(BLUR: „Girls and Boys“)